Bildungsexperte Kern: Für Schulfrieden und besseren Unterricht

2016-01-27 Kern-Noack-ZitzmannBildungsexperte Kern: Für Schulfrieden und besseren Unterricht

Der FDP-Ortsverband Strohgäu hatte mit Dr. Timm Kern, MdL und ehemaliger Gymnasiallehrer, einen fachkundigen Gast eingeladen. FDP-Landtagskandidat Roland Zitzmann begründete, warum die FDP für einen Schulfrieden wirbt. „Wir können nicht nach jeder Landtagswahl die Schullandschaft umzuwälzen“, sagte er in seiner Begrüßung. Schüler, Eltern, Lehrer und Schulträger brauchen endlich Ruhe zum Lernen und für die pädagogische Arbeit.

Dr. Timm Kern erläuterte, dass die Freien Demokraten im Oktober ein Impulspapier für einen parteiübergreifenden Schulfrieden vorlegten. Ein erstes Gespräch mit der SPD und den Grünen gab es bereits. Die CDU lehnte eine Teilnahme bisher ab. Die FDP setzt sich laut Timm Kern dafür ein, den Verantwortlichen vor Ort mehr Freiheit zu geben, über Schulform und pädagogisches Konzept zu entscheiden. Das schließt das Fortbestehen der Gemeinschaftsschulen ein. Das Land müsse aber die Privilegierung der Gemeinschaftsschule stoppen und sowohl Gymnasien als auch die anderen Schulformen fair behandeln.

Kern kritisierte, dass Grün-Rot, als sie an der Regierung kamen, sofort eines der erfolgreichsten Bildungssysteme umkrempelten. So schafften sie überhastet die verbindliche Grundschulempfehlung ab, den Schulen blieb keine Zeit, sich darauf vorzubereiten. Die Folge war der Anstieg der Sitzenbleiber um das Dreifache bis Fünffache. Darauf habe Grün-Rot immer noch nicht reagiert.

Mittelfristig sähen Grün-Rot die Gemeinschaftsschule nicht als Ergänzung, sondern als Ersatz für das gegliederte Schulsystem. So würden Realschulen, Werkrealschulen und Hauptschulen schlecht geredet; und das Konzept der Gemeinschaftsschule mit Weg zum Abitur funktioniere nur, wenn ein großer Teil der heutigen Gymnasiasten auf die Gemeinschaftsschule wechsle. Das von der Landesregierung vorgelegte Konzept Gymnasium 2020 sei ein Irrweg.

Die FDP halte es für wichtiger, die Qualität des Unterrichts zu verbessern, statt die Schulformen umzukrempeln. Das Land müsse Schulen und Eltern mehr Freiheit und Eigenverantwortung zugestehen und zugleich für bundesweit einheitliche Bildungsstandards eintreten.

 

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