Gedicht von Gabriele Reich-Gutjahr zum Aschermittwoch

Aschermittwochsauftritt 2018 in Hemmingen 

2017, das ist wahr,

war ein ungeheures Jahr.

Will man einen Rückblick wagen,

gibt es wirklich viel zu sagen.

Manches traurig, manches heiter,

die Welt läuft einfach immer weiter.

der VFB kann‘s einen Aufstieg verkünden

und auch die FPD hatte keine Lust, auf Dauer zu verschwinden

Das Ausscheiden aus dem Bundestag tat weh

Doch jetzt sitzt sie wieder drin – die FDP.

10,7 % der Stimmen machen uns stark

das traf die Grünen und die Schwarzen ins Mark.

Denn die Wähler haben erkannt:

Fehln liberale Kräfte, ist’s finster im Land!

Da wurde kräftig dann verhandelt,

die CDU hat mit drei Partnern angebandelt

Und man erhoffte sich das Glück,

Richtung Jamaika ging der Trip,

Doch uns wurde schon bald klar,

dass neue Themen sind sehr rar.

Die Kanzlerin dachte es wär leicht,

dass es mit Liberalen reicht.

Ein Dienstauto, ein schöner Posten,

mehr wird die FDP nicht kosten.

Doch spät erst ging ihr auf ein Licht:

So einfach wird es diesmal nicht.

Wir waren nicht das dritte Stück

im grün-schwarzen Hochzeitsglück.

Wir mussten Konsequenzen ziehen:

wollten das Land nicht schlecht regieren.

So hatte das Jamaika-Bündnis kein Glück,

Vor wir schlecht regieren, zogen wir uns zurück,

denn auch das Opponieren braucht eine FDP

mit Hirn und Schnauze, tun wir Schwarz-Rot weh!

Nach der Wahl im letzten Jahr

stehn wir noch immer ohne Regierung da.

Die SPD war erst verschlossen,

doch hat sie sich nun eingeschossen.

Und am Ende ist es wahr:

Die GroKo ist schon wieder da.

Ein Freundschaftsdienst steht schon bereit:

Im Geldverbrauch herrscht Einigkeit.

Ob gut ob schlecht, ein jeder weiß:

Hochzeiten haben ihren Preis.

Ob Rente, Wohnbau oder Steuer:

Für die Bürger wird es teuer.

Eines ist noch offen

auf die Mitglieder der SPD kann man hoffen

Sonst fährt man nicht ab,

Dann macht Merkel schlapp

Ihr liebenLeut,

nicht zu früh gefreut,

GroKo Zeit ist noch weit!

 

Doch nicht nur in der Politik,

des Bundes liegt der Leute Glück,

will man sich den Tag versauen,

muss man nur nach Stuttgart schauen.

Da ist die Regierungscrew

die Grünen und die CDU

Und ohne alle Hemmungsschranken

Die beiden können nichts als Zanken

Vor allem wenn‘s ums Wahlrecht geht

Wurde mancher Kopf verdreht.

Das interessiert zwar keinen richtig

Doch der CDU ist‘s wichtig,

dass alle, die für‘n Landtag leben,

an ihren Sitzen richtig kleben.

Und am End, da fragst auch Du,

wer Chef ist bei der CDU?

Das Haar gefärbt, den Mund ganz fein:

Das kann nur der Herr Reinhart sein,

doch drehst Du dich dann nochmal um,

kommt Strobl vom Solarium

[Melodie: Eine Insel mit zwei Bergen]

Um das Wahlrecht soll es gehen und da streiten sie sich sehr

als gäb‘s sonst keine Probleme in dem weiten Landtagsmeer,

und man hört sie ganz laut zanken ein Gesprächskreis findet statt,

Reinhart, Strobl, Kretschmann, Grüne, machen alle Gegner platt.

 

Ja meist sind sie äußerst friedlich und sie mögen sich sonst sehr,

Ob Finanzen oder Bildung, Kompromisse fall‘n nicht schwer,

doch geht es um die eignen Pfründe, ist die Freundlichkeit am End

beim System der Landtagswahlen die Regierungshütte brennt.

Und der Reinhart hasst den Strobl und der Kretschmann steht dabei

Und er kann sich auch nur wundern übers CDU-Geschrei

doch jetzt wolln sie drüber reden und da lassen sie sich Zeit

ein Ergebnis wird’s nicht bringen in dem schwarzen-grünen Streit

So, liebe Leut, jetzt ist‘s soweit:

Schluss mit lustig, Fastenzeit!

Ich sage es euch sanft ins Ohr:

Verliert Gewicht, nicht den Humor!

In allen Zeiten bleibet richtig:

Freiheit, die ist immer wichtig.

So ruf ich denn jetzt in den Saal:

Nutzt Euer Hirn, bleibt liberal!

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